Fünfbrunnen

Konzept für eine Shoah-Gedenkstätte und ein Jugend-begegnungs-zentrum Fünfbrunnen

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Einleitung

Die Aufarbeitung von Verfolgung und Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung Luxemburgs in der nationalsozialistischen Besatzungszeit des 2. Weltkrieges findet seit mehreren Jahrzehnten auch in Luxemburg statt. Eine offizielle Gedenkstätte, in deren Rahmen die Geschichte der Shoah im allgemeinen und insbesonders in unserem Land dargestellt und allen Bürgern zugeängig gemacht wird, vor allem aber auch der Jugend im Rahmen pädagogischer Programme vermittelt werden kann, ist – obwohl seit vielen Jahren darüber nachgedacht wird – noch nicht Wirklichkeit geworden. Das hier vorliegende Konzept unternimmt den Versuch, an einem bedeutenden Ort der Shoah in Luxemburg eine Gedenkstätte mit einem Jugendbegegnungszentrum zu entwickeln.

Fünfbrunnen und die Pafemillen

Das 1903 gegründete Kloster Fünfbrunnen und das kleine Gebäude der früheren Mühle Pafemillen bot den deutschen Besatzern, nach der erzwungenen Auflösung des Klosters, den geeigneten Rahmen für die Isolierung der jüdischen Bevölkerung im sogenannten “Jüdischen Altersheim Fünfbrunnen” den unter extremen Bedingungen im Kloster und in der Pafemillen interniert und ab Oktober 1941 insgesamt um die 230 Personen direkt von Fünfbrunnen in mehreren Transporten in die Konzentrationslager von Litzmannstadt, Izbica, Theresienstadt und Auschwitz verbracht. Nur wenige überlebten.

Die Shoah-Gedenkstätte Fünfbrunnen
Als besonderer Ort jüdischen Leidens während des Naziregimes in Luxemburg, kommt Fünfbrunnen eine sehr große Symbolkraft zu. Die Grausamkeiten der ideologischen Hetzjagd des Hitler-Regimes, seine Politik der Isolation, der unmenschlichen Internierung und der noch viel unmenschlicheren Deportationen, erfahren durch die vor Ort erhalten gebliebenen Baulichkeiten ihre Bestätigung in der Gegenwart und zugleich einen starken emotionalen Bezugspunkt. Die unmittelbare Nähe der Bahn-linie rückt zudem das Unfassbare der Thematik der Deportation ins Zentrum der Wahrnehmung.Ausgehend von dieser Besonderheit wird das Projekt für die Gedenkstätte in engem räumlichem Bezug zu dieser Thematik konzipiert:

Parallel zu der bestehenden Bahnlinie wird als zentrales Element des Projekts ein imaginäres „Gleis der Erinnerung“ vorgeschlagen. Es versinnbildlicht den Leidensweg der jüdischen Bevölkerung in Luxemburg und dokumentiert zugleich die Zielpunkte der Deportationen aus Luxemburg und das darauffolgende unvorstellbare Leiden. Die Besucher passieren auf dem Weg vier Stationen, welche die vier Zielpunkte der Deportationen aus Luxembourg – Auschwitz, Theresienstadt, Litzmannstadt und Izbica – repräsentieren. Ein abstraktes, dunkles Wandelement symbolisiert an jeder der geplanten Stationen eine Gruppe gedrängt und gebückt wartender Menschen. Es beschränkt den Blick auf die idylische Umgebung und formuliert zusammen mit den auf schmalen Tafeln im Boden verzeichneten Namen der deportierten Juden einen besonderen Erinnerungspunkt. Die zentrale Station bildet das zur Gedenk- und Begegnungsstätte transformierte Gebäude der ehemaligen Pafemillen.

Hier sind Räume zur Darstellung der Geschichte der Judenverfolgung in Fünfbrunnen und Luxembourg, sowie zur pädagogischen Vermittlung dieser und damit verbundener Themenkreise (Minderheitendiskriminierung, Toleranz, …) vorgesehen.

Erweitertes Gesamtkonzept Fünfbrunnen

Die besondere Konstellation von Fünfbrunnen sowohl als Gedenkstätte der Luxemburger Shoah als auch als Kloster des Herz-Jesu-Ordens ergibt die Möglichkeiten für eine gemeinsame Weiterentwicklung des Ortes.

Ein sinnvoller Weg dafür würde sich in der synergetischen Neunutzung der im Kloster bereits vorhandenen Gästebereiche für das geplante Jugendbegegnungszentrum, zum Beispiel in Form einer Jugendherberge, anbieten. Ähnliche Strukturen mit vergleichbarem pädagogischem Hintergrund sind bereits erfolgreich in Europa realisiert worden (Internationale Jugendbegegnungsstätte Auschwitz). Durch die Ausarbeitung eines zeitgemässen pädagogischen Konzepts, z.B. im Rahmen eines Programms der Universität Luxemburg (mögliche Themenschwerpunkte Minderheitendiskriminierung, Religion und Gesellschaft, Bedeutung und Stellung der Religion, Toleranz und Ausgrenzung, politischer Missbrauch) kann der besondere Gedenkort Fünfbrunnen nachhaltig zur Vermittlung der thematischen Inhalte an ein Zielpublikum nationaler aber auch europäischer Schulklassen, sowie für dem Themenkreis verbundene Seminarveranstaltungen genutzt werden.

Die Einbindung in bestehende europäische Projekte sowie die günstige geographische Lage von Fünfbrunnen ermöglichen zusätzlich ein übernationales Nutzerspektrum und damit einen grösseren Wirkungsraum des Projekts.

Konzeption und Planung des Projektes Fünfbrunnen:

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